Sonntag des 1. Ökumenischen Konzils
7. Sonntag nach Pas'cha - Sonntag der Väter des 1. Ökumenischen Konzils

 

Pfingsten ist als Fest der Geistausgießung auch das Fest der vollendeten Offenbarung der Dreieinheit Gottes. Zum Verständnis dieser Offenbarung stellt der siebente Sonntag nach Ostern eine Hinführung dar, dadurch, dass an ihm des Konzils gedacht wird, an dem die orthodoxe Lehre von der Wesensgleicheit von Vater und Sohn erstmals verbindlich formuliert worden ist. Dabei wird deutlich, dass die orthodoxe Gotteserkenntnis mehr als eine bloß individuell erfahrene Glaubensüberzeugung ist. Sie ist vielmehr – wie das Festkondaktion sagt: „der überirdischen Gotteslehre gewebtes Kleid der Wahrheit“, das die Kirche trägt. Der einzelne Gläubige kann diese Wahrheit nicht ergründen und begreifen wollen. Er kann nur an ihr festhalten, indem er sich immer neu vom Heiligen Geist erfassen und mit Christus und seinem Leib, der Kirche, verbinden lässt. Von daher gesehen ist die Häresie des in Nikäa verurteilten Arius, die an diesem Festtag immer wieder zur Sprache kommt, nichts anderes als der Hochmut des Besserwissens eines Menschen, der sich für weise hält. Dieser Hochmut ist die Lästerung des Heiligen Geistes, die zur Folge hat, dass das an ihr leidende Glied vom Leibe Christi isoliert wird und absterben muss.