

Die Apostellesung dieses Herrntags stellt die christliche Freiheit heraus und steckt damit die Grenzen des Fastengebotes ab: „Alles ist mir erlaubt, aber ich soll mich von nichts beherrschen lassen.“ Damit ist das Fasten jeder fremden Beurteilung von außen entnommen. Es kann daher nach orthodoxem Verständnis auch nicht zum öffentlichen Gesetz werden, zumal es, wie der Herr anweist (Mt 6: 16-18) im Verborgenen geschehen soll. Das Evangelium stellt dann den eigentlichen Sinn der Fastenzeit heraus: Der Aufbruch zur Umkehr zum Vater, der den Verlorenen Sohn mit Freuden aufnimmt und reich beschenkt. Es ist wohl kein Zufall, dass an diesem Sonntag erstmals im Nächtlichen Psalmengebet Ps 136 angestimmt wird. (Sergius Heitz: Mysterium der Anbetung 1.)
Kondak, 3. Ton
Deine väterliche Herrlichkeit habe ich ohne Verstand verlassen. Übel habe ich den Reichtum, den du mir gabest, verschwendet. So rufe ich dir zu die Worte des Verlorenen Sohnes: "Ich habe gesündigt wider dich, barmherziger Vater. Nimm mich auf, der ich umkehre, und lass mich sein wie einer deiner Tagelöhner".