
Aufgrund der großen Fülle von Informationen aus den einzelnen Landeskirchen kann hier nicht jede Information aufgenommen werden.
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23.03.2010: Finanzkrise: Griechenland, Deutschland, Orthodoxie
Tagarakis Christos
In letzter Zeit erscheinen in den deutschen Medien die verschiedensten Berichte über die Finanzkrise Griechenlands. Manchmal sind die Informationen vermischt mit falschen Daten und einer anti-griechischen Propaganda. In manchen Fällen gibt es sogar beleidigende Bilder und Kommentare, die letztlich sowohl für die Griechen als auch für die Deutschen abwertend sind. Dazu belasten sie die traditionelle und echte Freundschaft zwischen Griechen und Deutschen, die in beiden Ländern harmonisch miteinander leben.
Neuerdings werden einige zusätzliche falsche Informationen in den deutschen Medien verbreitet, die die Orthodoxe Kirche von Griechenland ins Visier nehmen (diese Kirche wird immer wieder, in den meisten Fällen ohne jeglichen Grund, hauptsächlich von den griechischen Medien angegriffen). Es wird auf eine sehr defamierende Art und Weise berichtet, ohne die Realität richtig darzustellen, dass:
a) die Priester vom Staat bezahlt werden und
b) die Orthodoxe Kirche keine Steuern bezahlt.
Ziel diesen kurzen Beitrags ist es, alle Interessenten, unabhängig von ihrer nationalen, politischen oder religiösen Zugehörigkeit, über die Wahrheit zu informieren.
1) Es ist bekannt, dass in Deutschland sowohl die Katholiken als auch die Protestanten Kirchensteuer bezahlen müssen. Sie sind von dieser Steuer erst befreit, wenn sie aus der entsprechenden Institution austreten. Im Unterschied dazu wird in Griechenland keine Kirchensteuer gezahlt. Die Orthodoxe Kirche ist seit ihrer Gründung (vor 2.000 Jahren) auschliesslich auf die Spenden der Gläubigen angewiesen. Das gleiche gilt für alle Orthodoxen in den ganzen Welt. Trotz dieser (für die Verhältnisse in Deutschland unvorstellbaren Situation) überstand die Orthodoxe Kirche im Laufe ihrer 2.000-jährigen Geschichte alle möglichen Krisen (Kreuzzüge, Kriege, 400–500-jähriges türkisches Joch in Griechenland, Zwangsislamisierungen, Verfolgungen der Christen in kommunistischen Ländern, e.t.c.).
2) Nach der Befreiung Griechenlands vom türkischen Joch wurde der neue Staat Hellas (Griechenland) gegründet. Die Befreiungskämpfe begannen 1821 mit erheblicher Hilfe der Orthodoxen Mönche und Priester und dauerten bis zur Befreiung von Nord-Griechenland etwa 80-90 Jahre. Die Orthodoxe Kirche hat zu verschiedenen Zeitpunkten freiwillig einen sehr grossen Teil ihres Eigentums (das auschliesslich aus den Spenden der Gläubigen stammt) an den griechischen Staat verschenkt. Zunächst hatte der junge Staat anfänglich überhaupt keinen Besitz und kein Geld. Einige Jahrzehnte später, zwischen 1900 und 1930, mussten nach der Kleinasiatischen Katastrophe weit mehr als 1,5 Millionen Flüchtlinge in Griechenland integriert werden. Der größte Teil der griechischen Bevölkerung der heutigen Nord-Türkei (Pontos) sowie der West-Türkei (Kleinasien) mußte das Land verlassen. Mehr als 1.500.000 Menschen wurden vertrieben und hatten ihre gesamtes Vermögen verloren. Es dürften in die Türkei hauptsächlich nur diejenigen bleiben, die bereit waren zum Islam zu konvertieren. Diese Verfolgung wird offiziell als „Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei“ schöngeredet. Die vertriebenen Griechen kammen in das heutige Hellas. Die Orthodoxe Kirche von Griechenland hat ein erhebliche Teil ihres Eigentum an diese Menschen verschenkt. Die Flüchtlinge bekamen Land zur Ansiedlung und zum Ackerbau aus dem Besitz der Klöster, Metropolien und Pfarreien, von dem bis dahin die Kirche selbst lebte, geschenkt. Dies wird in den Medien verschwiegen oder scheint unbekannt. Bestreben der Orthodoxen Kirche war es immer, den griechischen Staat mit allen gerechten Mitteln zu unterstützen. Dank dieser Hilfe (z.B. finanziell durch Geld oder das Verschenken von Ländereien und Immobilien) wurden auch Universitäten, Schulen, Krankenhäuser e.t.c. gegründet. Darüber hinaus hat der griechische Staat durch verschiedene Abkommen, die manchmal seitens des Staates nicht eingehalten wurden, weitere Teile des Eigentums der Kirche (es wird wiederholt: nämlich die Spenden der Gläubigen) weggenommen und enteignet. Die einbezogenen Ländereien und Immobilien waren aber ursprünglich das finanzielle Rückgrat der Kirchengemeinden, auf denen die Dorfpfarrer früher selbst als Landwirte oder durch Verpachtung wirtschafteten und von denen die Kosten der Kirche bestritten wurden.
3) Im Rahmen der obenerwähnten freiwilligen (und unfreiwilligen) Gaben des kirchlichen Eigentums („Pfründe“) an den Staat hat sich als eine Art Austausch und Gegenleistung der griechische Staat verpflichtet, die Gehälter der Priester zu bezahlen. Es sollte betont werden, dass dieses Geld, das der Staat an die Priester bezahlt, nur ein Bruchteil des finanziellen Wertes der kirchlichen Eigentum ist, das der Staat von der Kirche erhalten bzw. genommen hat.
Zudem refinanziert sich der griechische Staat durch Einbehaltung von 30% der Kerzenspenden, die alle Gläubigen beim Betreten der Kirche freiwillig zur Unterstützung und Finanzierung der Gemeinden und Metropolien leisten.
Aus diesen Gründen ist die Bezahlung der Gehälter der Priester durch den griechischen Staat völlig legitim und nachvollziehbar.
Somit ist die erste falsche Darstellung der Medien ("der Staat bezahle die Gehälter der Priester") als nur ein Teil der gesamten Realität korrigiert. Die Priester erhalten nur einen kleinen Teil des Geldes, das die Kirche an den Staat mehr oder weniger verschenkt hat, und zwar auf Grund von Abkommen.
4) Die Orthodoxe Kirche von Griechenland ist juristisch gesehen ein Teil des Staates (Bezeichnung: Körperschaft des Öffentlichen Rechtes - "Νομικό Πρόσωπο Δημοσίου Δικαίου"). Aus diesem Grund und in Zusammenhang mit den obenerwähnten Überlassungen von Eigentum (seitens der Kirche an den Staat) wurde vereinbart, dass die Kirche keine Steuer an den Staat bezahlen muss. Die Bezahlung von Steuern durch eine Körperschaft des Staates (Kirche) an eine andere (Staat) wäre, als ob ein Mensch Geld von der einen Tasche seiner Hose nimmt und es in die andere Tasche steckt: das Geld bleibt bei der gleichen Person. Ausserdem wird das Geld (die Spenden der Gläubigen), das die Orthodoxe Kirche bekommt, für gute und gemeinnützige Zwecke weitergegeben: Waisenkinder, ältere Menschen, Arme, Notleidende e.t.c.
Somit ist auch die zweite falsche Darstellung der Medien ("die Kirche bezahle keine Steuern") korrigiert und beantwortet. Die Orthodoxe Kirche gibt an den griechischen Staat und an die Gesellschaft weit mehr als Steuern.
Es mag sein, dass die Verbreitung von gefälschten Informationen bzw. von Bruchteilen der Realität, die zu eine negative Einstellung gegenüber der Orthodoxe Kirche in Griechenland führt, bei einigen Leute gut ankommt oder die Interessen anti-christlicher Kreise gut bedient. Es verführt jedoch andere Leute, die gutwillig sind, aber sich mit der Situation in Griechenland nicht auskennen, zu falschen Schlussfolgerungen.
Unter diesen Umständen, jeder kann sich fragen:
Ist die Manipulation der Informationen (und dadurch auch der Menschen) mit den Grundrechten des Menschen vereinbar ?
Quelle:
http://vatopaidi.wordpress.com/2010/03/20/finanzkrise-griechenland-deutschland-orthodoxie/
1) http://www.antibaro.gr/node/1362.
2) http://vatopaidi.wordpress.com
03.03.2010: Kokid offiziell gegründet
ORTHODOXE Bischofskonferenz In Deutschland gegründet
Dortmund (3. März 2010) – Bei ihrer Sitzung in der Rumänischen Metropolie in Nürnberg am vergangenen Samstag, dem 27. Februar 2010, haben die orthodoxen Bischöfe Deutschlands einstimmig die Gründung einer Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland beschlossen. Damit werden die Vorgaben der IV. Präkonziliaren Panorthodoxen Konferenz umgesetzt, die im Juni 2009 in Chambésy bei Genf getagt und die Errichtung solcher Bischofskonferenzen in der orthodoxen Diaspora beschlossen hatte.
In Deutschland existiert bereits seit 1994 ein gesamtorthodoxes Organ, nämlich ein Verband der Diözesen, der den Namen „Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland (abgekürzt: KOKiD)“ trug. Die KOKiD mit ihren verschiedenen Referaten (etwa für Ökumene, Schule und Religionsunterricht, Rundfunk- und Fernseharbeit, Kontakte zum Sport usw.) wird auch weiterhin ihre Arbeit fortsetzen, aber jetzt als Ausführungsorgan der neu gegründeten Bischofskonferenz. Diese macht noch einmal deutlich, dass alle orthodoxen Diözesen, die in Deutschland vertreten sind und vor allem die griechischen, russischen, serbischen, rumänischen, bulgarischen, georgischen und ukrainischen Gläubigen umfassen, eine einzige Orthodoxe Kirche bilden und als solche nun noch mehr als zuvor einvernehmlich durch ein gemeinsames höchstes Organ auf Bischofsebene handeln.
Die Präkonziliare Panorthodoxe Konferenz hat die Zielsetzung des neuen Gremiums so umrissen: „Aufgabe und Verantwortung dieser Bischofskonferenzen wird die Sorge um die Sichtbarmachung der Einheit der Orthodoxie und die Entfaltung gemeinsamen Handelns aller Orthodoxen in jeder Region sein, zur Erfüllung der pastoralen Bedürfnisse der dort lebenden orthodoxen Christen, zur gemeinsamen Repräsentation aller Orthodoxen gegenüber den Nicht-Orthodoxen und der ganzen Gesellschaft dieser Region, zur Förderung der theologischen Ausbildung und der kirchlichen Erziehung etc“.
Vorsitzender der jetzt gegründeten Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland ist Metropolit Dr. Augoustinos (Labardakis) vom Ökumenischen Patriarchat. Zum Generalsekretär der Bischofskonferenz wurde der bisherige Geschäftsführer der KOKiD, Bischöflicher Rat Ipodiakon Nikolaj Thon (Russische Orthodoxe Kirche) gewählt, zu ihrem Schatzmeister Pfarrer Radomir Kolundzic (Serbische Orthodoxe Kirche).
Der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland gehören zehn Diözesan- und sechs Weihbischöfe an. Sie repräsentiert rund 1,5 Millionen orthodoxe Christen verschiedener Herkunft und Nationalität. Die Gründung der Bischofskonferenz darf somit auch als ein Zeichen der gelungenen Integration der Orthodoxen Kirche in Deutschland gewertet werden.
Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland
Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland
Geschäftsstelle:
Splintstr. 6 a, 44139 Dortmund
Tel. 0231 – 189 97 95; Fax: 0231 – 189 97 96
Mobil: 0172 – 288 99 44; E-Mail: orthodoxe-kirche@web.de
15.02.2010
Serbien: Bischof Artemije vorläufig abgesetzt
Wie die SOK berichtet, wurde der umstrittene Bischof Artemije Radosavljevic des Kosovo vorläufig von seinem Amt entbunden. Der Heilige Synod der serbischen orthodoxen Kirche veranlasste die Maßnahme wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten im Haushalt der Diözese von Bischof Artemije. Über die genauen Gründe und das endültige Verfahren wurde noch keine Stellung genommen. Vorläufig wird der pensionierte Bischof Atanasije der Diözese des Kosovo vorstehen.
02.02.2010
Moskau: Patriarch Kyrill I. feiert einjähriges Jubiläum
Foto: Voytek s Am 1. Februar 2010 feierte Patriarch Kyrill seinen ersten Jahrestag als Oberhaupt der Russischen Kirche, wie die Internetseite www.mospat.ru berichtet. Aus diesem Anlass feierte er die Göttliche Liturgie in der Christus-Erlöser-Kathedrale, an der aus Kirche und Politik hochrangige Vertreter teilnahmen. Während des kleinen Einzugs wurden mehrere Bischöfe der russischen Kirche für ihre Anstrengungen und Bemühungen um die Kirche ausgezeichnet.
Patriarch Kyrill zog eine positive Bilanz des letzten Jahres, da das russische Volk sich wieder stärker zur Kirche hinwende und die Nähe zu Gott suche.
23.01.2010
Serbien: Inthronisierung des Patriarchen Irinej
Heute wurde am Ende der bischöflichen Liturgie in der Kathedrale von Belgrad der neugewählte Patriarch Irinej inthronisiert. In der Liturgie konzelebrierten dem Patriarchen neben dem serbischen Klerus auch Vertreter der griechischen und russischen Kirche. Als Gäste waren Vertreter unterschiedlicher Kirchen und der Politik anwesend.

Metropolit Amphilohije von Montenegro übergab dem Neugewählten die Insignien des Patriarchen und wünschte ihm eine erfolgreiche Nachfolge auf dem Thron des heiligen Sava.
Patriarch Irinej sagte in einer Ansprache, dass heute für ihn ein großer Tag sei, und nicht nur für ihn persönlich, sondern auch für die Serbische Kirche und das serbische Volk, weil der Patriarch von Serbien immer die Fülle des Volkes vor Gott und in der Geschichte repräsentiere, sein Schicksal, seine Tragödien, aber auch besonders seine Fröhlichkeit.
Seine Heiligkeit Irinej sprach auch über das Amt, das er nun innehat: Sein Herz flattere wie ein Blatt im Wind vor dem Bewusstsein, ob er dieses hohen Grades an Ehre und Verantwortung würdig sei. „Dieses Mal befehle ich meinen Geist Gott, unserem Retter, dem großen Hirten der Kirche, der mir seine Güte und Gnade zuerkannte“, sagte Patriarch Irinej von Serbien nach der Inthronisierung.
22.01.2010
Serbien: Bischof Irinej von Niš ist neuer Patriarch
Wie die Serbische Orthodoxe Kirche auf ihrer offiziellen Internetseite www.spc.rs berichtet, war bereits um 14Uhr die Wahl des neuen Patriarchen beendet. Am frühen Morgen zelebrierte Metropolit Amphilohije von Montenegro, Statthalter des Patriarchenthrons, die Göttliche Liturgie mit sechs weiteren serbischen Bischöfen in der Kathedralkirche.
Danach trat die Synode mit 44 serbischen Bischöfen zur Wahl des neuen Patriarchen zusammen. Dafür wurden zunächst drei Kandidaten gewählt, die als Patriarch in Frage kamen. Im ersten Wahldurchgang wurde Metropolit Amphilohije von Montenegro gewählt, im zweiten Durchgang Bischof Irinej von Niš und im letzten Durchgang Bishof Irinej von Bachka. Die Entscheidung fiel dann traditionsgemäß per Los. Den Umschlag mit dem Namen des Patriarchen entnahm Archimandrit Gavrilo, Abt des Klosters Lepavina, dem Evangelium, in dem sie aufbewahrt wurden.
Nach der Entscheidung gratulierten die Bischöfe ihrem neuen Patriarchen und sangen das "Auf viele Jahre". Bischof Irinej trägt nun den offiziellen Titel "Erzbischof von Pec, Metropolit von Belgrad und Karlovac und Patriarch von Serbien". In einer ersten Ansprache sagte Patriarch Irinej, dass die Wahl der Wille Gottes und der Wille der heiligen Zusammenkunft der Bischöfe war. Er werde den "Acker Gottes" in Zusammenarbeit mit allen Bischöfen der serbischen Kirche bearbeiten.
Bereits morgen, am 23.01.2010 soll die Inthronisation des Patriarchen in Belgrad stattfinden. Damit wird der 79-jährige Irinej zum 45. Patriarchen der Serbischen Orthodoxen Kirche.
Bischof Irinej wurde als Miroslav Gavrilovic am 28. August 1930 in dem serbischen Ort Vodova geboren. Nach dem Abitur besuchte er das Priesterseminars in Prizren (Kosovo-Metohija) und studierte dann an der Theologischen Fakultät in Belgrad. 1959 wrude er im Kloster Rakovica zum Mönch geweiht. Er lehrte u.a. am Priesterseminar in Prizren und leitete nach einem Studienaufenthalt in Athen die Mönchsschule im Kloster Ostrog in Montenegro. 1974 wurde Irinej zum Vikarbischof von Moravica, 1975 wurde er Bischof von Niš.
22.01.2010
Serbien: Synode wählt neuen Patriarchen
Am Freitag, den 22.01.2010, tritt die Synode der Serbischen Orthodoxen Kirche in Belgrad zusammen, um einen neuen Patriarchen zu wählen. Seit dem Tod von Patriarch Pavle am 15. November 2009 ist Metropolit Amphilohije von Montenegro Statthalter des Patriarchenthrons. Nach der Wahltradition werden drei Kandidaten durch die Synode gewählt, anschließend entscheidet das Los, welcher Kandidat neuer Patriarch wird.
15.01.2010
OID-Intern: www.orthodoxie-in-deutschland.de geht online
Am 15.01.2010 wurde das Internetportal
www.orthodoxie-in-deutschland.de
im Internet veröffentlicht.
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