Schutzfest der Gottesmutter
Schutzfest der Gottesmutter
Gefeiert am 01. Oktober

 

 

Das Fest feiert die Gottesgebärerin als Schutzherrin der Welt und gedenkt dabei des Asketen (russ. Gottesnarren) Andreas (gest. 936), der in der der Gottesmutter geweihten Blachernenkirche von Konstantinopel eine Erscheinung der Gottesgebärerin hatte und sah, wie diese in einer Vigil ihr Maphorion (Schleier) über das betende Volk ausbreitete. Auf der Festikone ist daher Andreas als asketischer Büßer dargestellt, wie er auf die Erscheinung der Gottesmutter hinweist und zu seinem Freund und Schüler Epiphanios sagt: ״Siehst du die Gebieterin und Königin der Welt?" Da der 1. Oktober auch der Gedenktag des byzantinischen Hymnendichters Romanos des Meloden (gest. um 573) ist, findet sich auf der Festikone dieses Tages Romanos auf dem Ambo vor seinem Chor, wie er durch die Eingebung der Gottesgebärerin mit neugeschenkter Stimme seine Kondakien und Iken vorträgt. Das Fest ist vermutlich im 10. Jahrhundert in Byzanz entstanden, geriet jedoch bald wie-der in Vergessenheit. Im 12. Jahrhundert hat es Fürst Andrej Bogoljubskij (gest. 1174) in Vladimir-Suzdal eingeführt. Von hier aus verbreitete es sich in der übrigen orthodoxen Welt. Die Kirche von Hellas hat allerdings auf Beschluss des heiligen Synods von 1952 das Schutzfest auf den Nationalfeiertag am 28. Oktober verlegt.
Wir feiern dieses Fest im Wissen darum, dass die Welt der Fürbitte der Kirche und ihrer Heiligen bedarf.

Tropar, 1. Ton
Deines Schutzes Gnaden besingen wir, Jungfrau, da du über alles Verstehen wie eine lichtvolle Wolke deinen Schleier ausgebreitet hast, um zu schützen dein Volk vor der Widersacher Arglist. Durch dich haben wir Schutz, Beistand und Hilfe und rufen dir zu: Ehre deiner Großmut, Allheilige! Ehre deinem göttlichen Schutz! Ehre deiner Fürsorge für uns, Allreine!

Kondak, 8. Ton
Der Gottesgebärerin nahen wir Gläubige uns nun und ziehen ihren Schleier auf uns herab. In Hymnen verkünden wir ihr Lob, wie es sich gebührt. Denn ihr Schutz kommt über alle Gläubigen und hüllt sie ein. Er beschirmt vor Gefahren alle, die da rufen zu ihn: „Freue dich, lichtvoller Schutz!"