Enthauptung Johannes des Täufers
Gedächtnis der Enthauptung Johannes des Täufers
Gefeiert am 29. August

 

 

Mit diesem Gedächtnis, das bei den Russen zum Hochfest geworden ist, ist ein strenger Fasttag verbunden, einerseits im Gedenken an die Bußpredigt des Täufers, andererseits im Gegenüber zum ausschweifenden Festmahl des Herodes, das dem Täufer das Leben kostete. Entstanden ist der Gedächtnistag wohl aus einem Kirchweihfest einer Kirche in Sebaste (Samaria), wo man das Grab des Täufers verehrte. Auch hier ist der zentrale Festgedanke, dass der Tod seinen Schrecken verloren hat. Denn er wird Johannes zuteil als die Gnade, den Verstorbenen in der Totenwelt (d. h. im "Hades", nicht in der "Hölle") die Ankunft Christi auf Erden zu verkündigen. In diesem Bild ist ausgedrückt, dass seit der Menschwerdung des göttlichen Logos auch die Verstorbenen nicht mehr vom Heilsgeschehen in Christus unberührt sind und dass sie dies ״erfahren" durch den letzten und größten der Propheten des alten Bundes (vgl. Mt 11,7-14) als eine letzte Verheißung Gottes vor der Auferstehung Christi, die den Tod dann endgültig entmachtet hat, dadurch, dass der Herr Selbst in den Hades hinabgestiegen ist. So gibt das letzte Fest des Kirchenjahres einen Ausblick auf Ostern und verbindet unsere Zukunft sowie die Zukunft aller Menschen mit der Auferstehung Christi.

Tropar, 2. Ton
Das Gedächtnis des Gerechten wird gefeiert in Hymnen, dir aber, Vorläufer, genügt das Zeugnis des Herrn. Denn du bist erschienen als der ehrwürdigste der Propheten, der du gewürdigt wurdest, zu taufen in den Wellen, den du verkündigt hast. Deshalb hast du für die Wahrheit gelitten und freutest dich, denen im Hades zu verkündigen den im Fleisch erschienenen Gott, der die Sünden der Welt auf Sich nahm und uns schenket große Gnade.

Kondak, 5. Ton
Des Vorläufers ruhmvolles Ende geschah nach göttlichem Ratschluß, damit er auch denen im Hades die Befreiung durch den Erlöser verkündige. Beweint werde dagegen Herodias, schuldig eines widergesetzlichen Mordes. Denn sie liebte nicht Gottes Gesetz, noch das ewige Leben, sondern weltliche Ausschweifung.