Hl. Prophet Elias
Gedächtnis des hl. Propheten Elias des Thesbiters
Gefeiert am 20. Juli

 

 

Dieses Gedächtnis gehört zwar nicht zu den höchsten Festen, aber es wird dennoch von den orthodoxen Gläubigen, gerade auch in unseren Gegenden, gerne gefeiert. Das hängt nicht nur damit zusammen, dass es im Sommermonat Juli von keinem großen Fest überschattet wird, sondern auch damit, dass der Prophet Elia in dreifacher Hinsicht gegenüber allen anderen Propheten ausgezeichnet ist: Nach einer Weissagung des Propheten Malachias, die der Herr Selbst aufgenommen und damit bestätigt hat (Mal 3,20 f, LXX; Mt 17,10-13), wird Elia im Judentum gesehen als der Vorläufer der Ankunft Christi. Als solcher erscheint er auch in der Vision der Verklärung des Herrn den Jüngern nebst Mose im göttlichen Lichte der Verwandlung (Mt 17,3). Nach der Epistellesung unseres Festtages ist Elia ferner Vorbild des inständigen Gebetes und Beispiel der Gebetserhörung (Jak 5,17-18). Schließlich war er nach dem Zeugnis des Evangeliums dieses Tages dort, wo er Glauben fand, ein Wundertäter in göttlicher Vollmacht.
Das Mönchtum hat seit alters diese drei Momente zusammengeschaut und verehrt Elia als Vater der Asketen, die sich im immerwährenden Gebet üben, die dadurch im Lichte Christi verwandelt werden in die Ähnlichkeit (homoiosis) mit Christus und die daraus die Vollmacht erhalten, im Glauben zeichenhaft Heilungen und andere Machttaten zu vollbringen. So wird mit diesem Gedächtnis den Gläubigen — Mönchen wie Weltchristen — insbesondere die Übung des inständigen und immerwährenden Gebetes ans Herz gelegt, das die Verheißung der Erhörung hat, wo es im Glauben geschieht, und den Beter auf dem Wege der Theosis der Verklärung im Lichte Christi näherbringt.

Tropar, 4. Ton
Der Engel im Fleische, die Grundfeste der Propheten, der andere Vorläufer der Ankunft Christi, der ruhmreiche Elia hat die Gnade von oben auf Elisa herabkommen lassen, hat Krankheit vertrieben und Aussätzige rein gemacht; so möge er Heilung zukommen lassen allen, die ihn verehren.