Petrus und Paulus
Gedächtnis der Apostelfürsten Petrus und Paulus
Gefeiert am 29. Juni

 

 

In den griechischen Texten werden Petrus und Paulus "Protokoryphäen" der Apostel genannt, d. h. sie werden als die exemplarischen Darsteller (die "typoi") der Augenzeugen von Leben, Tod und Auferstehung Christi bezeichnet. Das ist aber nicht im Sinne einer hierarchischen Ordnung zu verstehen. Vielmehr repräsentiert Paulus die Auferstehungszeugen, die zu den Heiden gesandt wurden, genau gleich wie Petrus die Auferstehungszeugen repräsentiert, die unter den Juden Christus verkündigten, gemäß Gal 2,7-8. Für die Gleichrangigkeit der beiden Erstapostel und gegen einen einseitigen Petrusprimat sprechen aber nicht nur die eben zitierte Bibelstelle und dieses Fest, das vermutlich im 3./4. Jahrhundert in Rom als Kirchweihfest entstanden ist, sondern ebenso die frühe ikonographische Tradition der sog. „traditio legis", d. h. der Darstellung der Gesetzesübergabe an Petrus und Paulus, wo ursprünglich beide Apostel eine Gesetzesrolle erhalten, resp. erhalten haben. Erst mit der Zuspitzung der Rivalität zwischen Rom und Neu-Rom (Konstantinopel) ergibt sich in Rom eine bevorzugte Behandlung des Petrus, in Ravenna (Konstantinopel) eine „traditio legis" an Paulus allein. Aber immer noch steht Petrus für die Judenapostel, Paulus für die Heidenapostel.

Tropar, 4. Ton
Ihr Erstthronenden der Apostel und Lehrer des Erdkreises, bittet den Gebieter des Alls, daß Er unserer Welt Frieden schenke
und unseren Seelen das große Erbarmen.