5. Fastensonntag
5. Sonntag der Fastenzeit - Hl. Maria von Ägypten

 

Der fünfte Fastensonntag nimmt das Thema des ersten noch einmal auf und redet von der Reinigung und Verherrlichung des göttlichen Abbildes, das wir selbst darstellen. Er greift dabei die legendäre Gestalt der Maria von Ägypten (5./6. Jh.) auf. Die Legende erzählt von ihr, sie habe in Ägypten seit ihrer Jugend ihren Leidenschaften gefrönt und sich aus reiner Neugierde auf eine Pilgerreise ins Heilige Land begeben, ohne dabei von ihrem gottlosen Treiben zu lassen. Als sie nun in-mitten eines Menschenstromes zur Kreuzesverehrung die Grabesbasilika habe betreten wollen, sei sie von einer unsichtbaren Hand zurückgehalten worden. Erst als sie ihr Leben zu bereuen begonnen und sich zur Buße entschlossen habe, habe sie die Schwelle des Gotteshauses überschreiten können. Von hier aus sei sie dann nach der Kreuzesverehrung an den Jordan gegangen und habe dort in der Kirche des heiligen Johannes des Täufers gebeichtet und kommuniziert. Darauf habe sie 17 Jahre als Büßerin jenseits des Jordans gelebt und Ruhe gefunden. Sie habe darauf noch weitere 30 Jahre in der Wüste Gott gedient und hier erfahren, was es bedeutet, wenn das Abbild Gottes wieder transparent wird für Gottes Herrlichkeit. Der Apostel dieses Herrntages macht deutlich, dass wir die Reinigung durch das Blut Christi erlangen, ״auf dass wir dem lebendigen Gott dienen". Das Evangelium aber stellt diesen Dienst dar als das letzte Ziel menschlicher Existenz: ״. .. wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener, und wer unter euch der erste sein will, sei aller Knecht. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, sich dienen zu lassen, sondern zu dienen, und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele."

Tropar, 8. Ton
In dir, Mutter, wurde das Abbild Gottes sicher gerettet, denn du nahmest das Kreuz auf dich und folgtest Christus nach und lehrtest durch die Tat zu überwinden das vergängliche Fleisch, zu sorgen aber für die Seele, das unsterbliche Wesen. Deshalb freut sich auch mit den Engeln, gottselige Maria, dein Geist.

Kondak, 8. Ton
Von jeglicher Unreinheit vormals erfüllet, hast du dich als Braut Christi erwiesen durch Buße. Du erstrebtest die Lebensweise der Engel, überwandest die Dämonen mit dem Kreuz als Waffe. Darum erscheinst du als Braut des Reiches, ruhmreiche Maria.