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3. Sonntag der Fastenzeit - Kreuzverehrung

 

Der dritte Fastensonntag markiert die Mitte der Fastenzeit durch eine Kreuzesverehrung. Diese geht historisch auf einen Brauch der Großen Kirche von Konstantinopel zurück, wo seit dem 6. Jahrhundert am Ende der Vigilien dieses Sonntages ein Splitter vom Heiligen Kreuz verehrt wurde. Die eigentliche Bedeutung dieses Herrntages, an dem das Evangelium von der Kreuzesnachfolge gelesen wird, übersteigt aber den historischen Anlass. In der Mitte der Fasten geschieht es mit dieser sonntäglichen Feier, dass nun das Kreuz, das man anfangs wohl als eine unbequeme Last mehr widerwillig als freudig auf sich genommen hat, in einem neuen Licht erscheint; als das lebenbringende, kostbare Kreuz, wie das auch das dritte poetische Kathisma vom Nächtlichen Psalmengebet des Montags der vierten Fastenwoche erkennen lässt: „Da wir jetzt der Fasten Mühen zur Hälfte vollendet haben und gelangt sind zur Verehrung Deines lebenbringenden Kreuzes, o Christus, fallen wir nieder und rufen Dir zu: ,Groß bist Du, Menschenliebender; groß sind Deine Werke!' Denn verherrlicht hast Du Dein kostbares Kreuz. Vor ihm fallen wir nieder in Furcht und rufen: ,Ehre Deinem großen Erbarmen!'“
Die Epistel stellt uns die Größe des Mysteriums des Opfers und der Menschenliebe Christi vor Augen und zeigt damit, das die Kreuzesverehrung nicht einem Stück Holz gilt, sondern dem Herrn Selbst, da sie den Gekreuzigten und Auferstandenen meint. So singen wir auch im Introitus anstelle des Trisagions:
„Dein Kreuz, o Gebieter, beten wir an, und Deine heilige Auferstehung verherrlichen wir". Es ist charakteristisch, dass hier schon die Auferstehung in Blick kommt.

Tropar, 1. Ton
Rette, Herr, Dein Volk und segne Dein Erbe; verleihe Deinen Gläubigen Sieg über ihre Widersacher, und behüte Deine Gemeinde mit Deinem Kreuz.

Kondak, 7. Ton
Nicht mehr bewacht das flammende Schwert die Pforte von Eden, denn wunderbar wurde das Feuer gelöscht durch das Holz des Kreuzes. Der Stachel des Todes und der Sieg der Hölle ist zur Beute geworden. Denn Du, mein Erretter, kämest und riefest denen im Hades zu: "Lasset euch führen wiederum ins Paradies!"

 


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