Ikone des Einzugs der Gottesmutter in den Tempel
Hochfest des Einzugs der Gottesmutter in den Tempel
Gefeiert am 21. November

 

 

Dieses Fest geht zurück auf die Kirchweihe einer Marienkirche in Jerusalem, die Kaiser Justinian am 21. November 543 vollziehen ließ. Es schließt thematisch an das Fest vom 8. September an und weist wie dieses voraus auf das Geburtsfest Christi, von dem her es allein zu verstehen ist.
Die Festlegende ist in ihrem Kern wieder dem Protoevangelium des Pseudo-Jakobus entnommen, wo erzählt wird, Maria sei infolge eines Gelübdes ihrer Mutter nach Vollendung ihres dritten Lebensjahres in den Tempel gebracht und dort bis zu ihrem zwölften Lebensjahr erzogen worden (Ps Jak 7: 1-3). Schon die Tatsache, dass es im jüdischen Tempel keine Tempeljungfrauen gab, zeigt, dass das Fest nicht im Geschichtlich-Faktischen, sondern im Symbolisch-Poetischen wurzelt und dass von unserer Menschennatur gesprochen wird, wenn von Maria die Rede ist. Es geht um die Heiligung der menschlichen Natur, die die Voraussetzung ihrer Annahme durch Gott ist, auch wenn diese reines Geschenk bleibt. Die Stufen der Heiligung unserer Natur aber werden hier im Bilde verdeutlicht: Einführung in die Sphäre Gottes im Zustand kindlicher Empfänglichkeit, das Verweilen in dieser Sphäre über Jahre bis zur Reife, der stufenweise Aufstieg zur Gotteserkenntnis, genährt durch die himmlische Speise, der vertraute Umgang mit Engeln. Dies alles geschieht jedoch nicht aus der Willensanstrengung eines männlichen Geistes, sondern in der Ergebenheit und Hilflosigkeit eines Kindes, das geführt wird und sich führen lässt. (Sergius Heitz: Mysterium der Anbetung 1).

Tropar des Festes, 4. Ton
Heute ist der Beginn des Wohlgefallens Gottes und die Vorherverkündigung der Erlösung der Menschen; in dem Tempel Gottes zeigt sich deutlich die Jungfrau, und verkündet im voraus den Christus allen. Zu ihr lasset auch uns mit lauter Stimme rufen: Freue dich, du Erfüllung der Heilsordnung des Schöpfers.

Kondak des Festes, 4. Ton
Der reinste Tempel des Erlösers, das kostbare Brautgemach, die Jungfrau, die heilige Schatzkammer der Herrlichkeit Gottes wird heute eingeführt in das Haus des Herrn, und führt mit ein die Gnade im göttlichen Geiste. Die Engel besingen sie: Sie selbst ist das himmlische Zelt.