Ikone der Verkündigung
Hochfest der Verkündigung
Gefeiert am 25. März

 

 

Das Christusmysterium bildet ein Ganzes. Mitten in der vorösterlichen Fastenzeit feiert die Kirche die Inkarnation des ewigen Wortes. Die Menschwerdung geschieht um der Erlösung willen, und die Erlösung durch das Kreuz und die Auferstehung setzt die Menschwerdung voraus. Denn Gott wird Mensch, um uns Menschen zu vergöttlichen.

Das ist kein mechanischer oder magischer Vorgang. Die freiwillige Menschwerdung des Gotteswortes im Schoße der Jungfrau ruft die Freiheit des Menschen auf, von sich aus, ohne vergewaltigt zu werden, dem Handeln Gottes zuzustimmen und so das vergöttlichende Heil in sich geschehen zu lassen. Dieses Heil besteht in der Vereinigung Gottes mit dem Menschen und des Menschen mit Gott. Dazu ist das freie "Ja" jedes Menschen unerlässlich, das "Ja", wie es die Gottesgebärerin gesagt hat: "Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe nach Deinem Wort!" Das Heil besteht aber nicht nur in der Erlösung des Menschen von der Sünde und allem Übel, sondern ebenso in der Wiederherstellung des Bildes Gottes, gemäß des ewigen Ebenbildes des Vaters in Jesus Christus, nach dem wir erschaffen wurden. So konnte der Engel Maria die Botschaft der Freude bringen. Freude verkünden an Weihnachten die Heerscharen der Engel den Hirten. Und der Auferstandene sagt den Aposteln und uns in Seinem österlichen Gruß die Freude zu. So kann auch in der Fastenzeit die Freude nicht untergehen: sie soll vielmehr auch die Buße leiten. Daher ist dieses Freudenfest kein Fremdkörper in der Fastenzeit, sondern gibt ihr Ausrichtung, Tiefe und Glanz.

Das Datum unseres Festes wurde in Verbindung mit dem 25. Dezember gewählt; es ist also relativ spät auf den 25. März festgelegt worden. Nach älterer syrischer Überlieferung und in den gallikanischen Riten wurde es an einem der Herrntage vor Weihnachten gefeiert. Andererseits ist unser Datum in den Akten des Trullanischen Konzils II 692 bezeugt. Seine Verbreitung verdankt es Konstantinopel. Wenn dieses Fest auf den heiligen und hohen Freitag oder Samstag fällt, wird es bei den Griechen auf die Osterfeiertage verschoben und gemeinsam mit der Auferstehung gefeiert. An allen anderen Tagen, auf die dieses Fest fällt, wird Chrysostomus-Liturgie gefeiert." Nach slawischem Brauch wird das Fest normalerweise nie verschoben, auch wenn es auf den Hohen und Heiligen Freitag fällt.

Tropar, 4. Ton
Heute ist der Anfang unserer Erlösung und die Offenbarung des Mysteriums von Ewigkeit her. Der Sohn Gottes wird zum Sohn der Jungfrau, und Gabriel bringt das Evangelium der Gnade. Mit ihm rufen auch wir der Gottesgebärerin zu: Freue dich, du Gnadenerfüllte, der Herr ist mit dir.

Kondak, 8. Ton
Der überlegen kämpfenden Heerführerin als Siegespreis, weihe ich, deine Stadt, aus Leiden befreit, das Dankeslied dir, Gottesgebärerin. Du hast die unbesiegbare Macht; so befreie mich aus allen Gefahren, und ich rufe dir zu: "Freue dich, unvermählte Braut!"