Erster in Deutschland geborener Serbe zum Bischof geweiht
Belgrad, 18. September 2011
Bischof Andrej

Archimandrit Andrej Cilerdzic, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Systematische Theologie (Dogmatik, Ethik und Ökumenische Theologie) an der Ausbildungseinrichtung für Orthodoxe Theologie der Universität München, wurde zum Bischof der Serbischen Orthodoxen Kirche geweiht. Er wurde auf der Bischofsvollversammlung der Serbischen Orthodoxen Kirche, die vom 16. bis 27. Mai 2011 in Belgrad tagte, zum Bischof gewählt.

Archimandrit Andrej Cilerdzic stammt aus der serbischen Diözese in Deutschland und wurde 1961 in Osnabrück geboren. In Düsseldorf absolvierte er 1980 das Abitur und lebte für einige Zeit auf dem Berg Athos in Griechenland. 1986 erwarb er das Diplom an der Theologischen Fakultät der Serbischen Orthodoxen Kirche in Belgrad und empfing im Dezember 1986 die Mönchsweihe im Kloster Decani, Serbien. Anfang 1987 wurde er in der St. Sava Kirche in Düsseldorf zum Diakon geweiht. Im November 1990 empfing er die Priesterweihe, ebenfalls in St. Sava, Düsseldorf. Nach einer dreijährigen Lehrtätigkeit im Priesterseminar St. Kyrill und St. Method in Prizren, Serbien, erhielt der vielseitige Priestermönch 1993 den Ruf zum Ökumenesekretär im Außenamt des serbisch-orthodoxen Patriarchats von Belgrad. Im August 2002 erhielt er den Titel eines Archimandriten für die serbische orthodoxe Diözese von Novi Sad. Seit 2008 forscht Cilerdzic an der LMU München an einem Promotionsprojekt über Modelle kirchlicher Einheit im 21. Jahrhundert. Anfang 2010 ernannte ihn Prof. Dr. Athanasios Vletsis vom Lehrstuhl für Systematische Theologie zum wissenschaftlichen Mitarbeiter.

Der neue Bischof spricht sechs Sprachen (Deutsch, Englisch, Griechisch, Italienisch, Serbisch und Französisch) und verfügt über altsprachliche Kenntnisse. Besonders zeichnet er sich durch sein ökumenisches Engagement aus, durch seine Offenheit für den Dialog allgemein und durch sein großes Geschick, gut und umfassend zu kommunizieren, sowie durch sein feines Gespür für die moderne kirchliche, soziale und gesamtgesellschaftliche Situation auf dem Weg zu einer sich erweiternden europäischen Gemeinschaft.

 


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